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	<title> &#187; Über den Rand</title>
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	<description>Fotos und Geschichten aus Kiel</description>
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		<title>Die Natur vermisst dich.</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 17:00:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[	Ob die Natur uns wirklich vermisst, wo sie doch ettliche Jahre ohne uns sehr gut und wahrscheinlich auch besser klargekommen ist, ist natürlich fraglich. Dass die Natur aber vermisst, dass man sie mehr respektiert und wertschätzt – das schon eher.
	Einfach ab und zu inne halten. Die Augen zu machen und hören wie sich Vogelstimmen unter den lärmenden Straßenverkehr mischen. Und diesen Stimmen einfach &#8216;mal folgen – raus, dorthin, wo sie und nicht wir dominieren. Sich ins Gras setzen und merken, wie alles lebt, sich alles bewegt. Ohne unser Zutun. In ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ob die Natur uns wirklich vermisst, wo sie doch ettliche Jahre ohne uns sehr gut und wahrscheinlich auch besser klargekommen ist, ist natürlich fraglich. Dass die Natur aber vermisst, dass man sie mehr respektiert und wertschätzt – das schon eher.</p>
	<p>Einfach ab und zu inne halten. Die Augen zu machen und hören wie sich Vogelstimmen unter den lärmenden Straßenverkehr mischen. Und diesen Stimmen einfach &#8216;mal folgen – raus, dorthin, wo sie und nicht wir dominieren. Sich ins Gras setzen und merken, wie alles lebt, sich alles bewegt. Ohne unser Zutun. In den Himmel und auf den Boden gucken, das Kleine wiederentdecken. Den Moment und jedes Sandkorn genießen. Nicht über die Natur schauen, nicht an den Horizont, nicht über das Meer. In das Meer sehen und beobachten, was uns umgibt, in die Natur schauen und bemerken, wie fantastisch sie ist. Und dass sie nicht uns braucht – aber wir sie.</p>
	<p><a title="We miss you" href="http://www.wemissyou.de/" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-3277" title="Kurzfilm „We miss you”" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Wemissyou_Screen2.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Der <a href="http://www.wemissyou.de/" target="_blank">Kurzfilm</a> von drei Filmstudenten aus Baden-Württemberg, der sich gerade ransant durch das Netz verbreitet, wurde in Cannes mehrfach ausgezeichnet. Völlig zu Recht wie ich finde. Zum einen finde ich die Botschaft, die hinter dem Film steht, sehr schön. Zum anderen gefallen mir die Aufnahmen, vor allem aber die Lichtstimmung. Wer meine Fotos kennt, weiß ohnehin, dass ich ein Fan entsättigter Farben bin. Das <a href="http://www.wemissyou.de/" target="_blank">Video</a> ist aus meiner Sicht also in vielerlei Hinsicht äußerst empfehlenswert.
</p>
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		<title>Schlimm.</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jun 2011 20:39:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[	„Ja, es ist schlimm.”
„Ja, schlimm. Überschwemmungen werden überlebt, Kriege werden überlebt.”
„Alles wird überlebt. Irgendwie. Schlimm.”
	Ich sitze im Bus. Auf dem Weg zur Uni. Irgendwie klingt es so, als sei Überleben das Schlimme. Überleben als wahre Katastrophe. Der alte Mann steht auf, Haltstelle Nordfriedhof. Seine Gesprächspartnerin, im gleichen Alter wie er, ruft ihm hinterher: „Ich wünsche dir einen sehr schönen Tag!”.
	Ja, noch einen Tag überleben.
	

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			<content:encoded><![CDATA[	<p>„Ja, es ist schlimm.”<br />
„Ja, schlimm. Überschwemmungen werden überlebt, Kriege werden überlebt.”<br />
„Alles wird überlebt. Irgendwie. Schlimm.”</p>
	<p>Ich sitze im Bus. Auf dem Weg zur Uni. Irgendwie klingt es so, als sei Überleben das Schlimme. Überleben als wahre Katastrophe. Der alte Mann steht auf, Haltstelle Nordfriedhof. Seine Gesprächspartnerin, im gleichen Alter wie er, ruft ihm hinterher: „Ich wünsche dir einen sehr schönen Tag!”.</p>
	<p>Ja, noch einen Tag überleben.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/HinterGräbern_blog.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2977" title="HinterGräbern_blog" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/HinterGräbern_blog.jpg" alt="" width="576" height="864" /></a>
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		<title>Jeder Moment.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 11:37:38 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[	Ich habe immer schon mehr Sonnenuntergänge als -aufgänge gesehen. Und das bunte Treiben auf den Straßen lieber nachts beobachtet als morgens, wenn sich alle noch in ihrem Schlafanzuggrau verstecken. Aber jetzt ging beides: Am Abend zuvor am Hafen zusehen, wie der Himmel von blau nach schwarz verläuft, sich an hellen Scheinwerfern erfreuen – und am nächsten Morgen das viel weniger aufdringliche Glitzern von Wassertropfen in der Sonne beobachten.
	Das sind die Momente, in denen ich glaube zu wissen, warum jedem von uns dieses kleinen Aufblitzen für ein paar Jahrzehnte auf Erden ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ich habe immer schon mehr Sonnenuntergänge als -aufgänge gesehen. Und das bunte Treiben auf den Straßen lieber nachts beobachtet als morgens, wenn sich alle noch in ihrem Schlafanzuggrau verstecken. Aber jetzt ging beides: Am Abend zuvor am Hafen zusehen, wie der Himmel von blau nach schwarz verläuft, sich an hellen Scheinwerfern erfreuen – und am nächsten Morgen das viel weniger aufdringliche Glitzern von Wassertropfen in der Sonne beobachten.</p>
	<p>Das sind die Momente, in denen ich glaube zu wissen, warum jedem von uns dieses kleinen Aufblitzen für ein paar Jahrzehnte auf Erden gegönnt ist: Damit wir sehen können, dass auch in einem Zeitraum von 4,5 Milliarden Jahren jeder einzelne Moment zählt.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0112.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2830" title="01" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0112.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Tessablog.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2833" title="Tessablog" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Tessablog.jpg" alt="" width="576" height="864" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0213.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2831" title="02" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0213.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0316.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2832" title="03" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0316.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/067.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2834" title="06" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/067.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/183.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2835" title="18" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/183.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a>
</p>
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		<title>Schweres Grau…</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 20:12:40 +0000</pubDate>
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	Es ist schön hier. Rechts der Fluss, der ruhig vor sich hin fließt, hin und wieder schwappen ein paar Wellen ans Ufer. Hausboote wiegen sich hin und her. Umringt von saftig-grünen Bäumen. Der Weg schlängelt sich weiter, über sandigen Boden, vorbei an Kiefern. „Vorsicht Seilbahn!” Kinder klettern auf Bäume, besuchen gemeinsam mit ihren Eltern den großen Spielplatz. Am Wegesrand wachsen Löwenzahn, links entlang der Bahnschienen. Bänke am Ufer mit Blick auf die Elbe. Angler versuchen hier ihr Glück. In den Hecken zwitschern Vögel. Ja, es ist ist wirklich sehr schön ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0001.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2599" title="0001" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0001.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Es ist schön hier. Rechts der Fluss, der ruhig vor sich hin fließt, hin und wieder schwappen ein paar Wellen ans Ufer. Hausboote wiegen sich hin und her. Umringt von saftig-grünen Bäumen. Der Weg schlängelt sich weiter, über sandigen Boden, vorbei an Kiefern. „Vorsicht Seilbahn!” Kinder klettern auf Bäume, besuchen gemeinsam mit ihren Eltern den großen Spielplatz. Am Wegesrand wachsen Löwenzahn, links entlang der Bahnschienen. Bänke am Ufer mit Blick auf die Elbe. Angler versuchen hier ihr Glück. In den Hecken zwitschern Vögel. Ja, es ist ist wirklich sehr schön hier. Bis sich zwischen dem Frühlingsgrün schweres Grau breitmacht, fast mahnend in den Himmel ragt. Und man sich fragt, ob die Angler nicht ein mulmiges Gefühl haben. Irgendwie. Diese, auf den ersten Blick, idyllische Landschaft liegt in Geesthacht, Ortsteil&#8230;</p>
	<h2>Krümmel.</h2>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/123.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2596" title="12" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/123.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Dreieinhalb Kilometer lang war der Weg hin zum Atomkraftwerk, gesäumt wurde er von fröhlichen Jugendlichen, Rentnern, jungen Familien mit Kindern, Fahrradfahrern. Fast wie ein ganz normaler Osterausflug. Nur, dass diese Menschen – neben ihren gelben Fahnen, Buttons, Aufklebern und noch zusammengerollten Transparenten  – eine Botschaft mit sich trugen: Nein zur Atomkraft. Ursprünglich waren die Kundgebungen an den siebzehn deutschen AKWs dem 25jährigen Jahrestag des Tschernobyl-Unglücks geschuldet. Dann folgte Fukushima. Und die Kundgebungen bekamen eine weitere sckreckliche, höchst aktuelle Bedeutung.</p>
	<p>Das Atomkraftwerk Krümmel ist seit Juli 2009 nicht mehr in Betrieb. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird es auch nie wieder ans Netz gehen. Abgeschaltet wurde das Kraftwerk allerdings nicht aus Vernunftsgründen im eigentlichen Sinne, sondern aus der Not heraus: Nach mehreren Zwischenfällen in einem sehr kurzen Zeitraum wäre der Weiterbetrieb mehr als grob fahrlässig gewesen. Eine Kundgebung vor diesem Atomkraftwerk ist also mehr als symbolträchtig.</p>
	<p>Der Platz vor dem AKW füllte sich schnell, am Rand hatten verschiedenste Organisationen Informationsstände aufgebaut und die Bauern aus dem Wendland (<a href="http://www.fenni.de/blog/2010/11/eine-kleine-geschichte-aus-dem-wendland-oder-angela-deine-arroganz-kotzt-mich-an/" target="_blank">speziell erwähnt seien hier diejenigen aus Göhrde</a>) mit den großen gelben Kreuzen an ihren Treckern waren schon aus der Ferne gut zu erkennen. Alt-68er in Birkenstock demonstrierten neben Jugendlichen in Sneakers: Selten konnte man bei einer Demo wohl so sehr davon sprechen, dass alle Bevölkerungsteile vertreten waren. Außerdem war die gesamte Veranstaltung extrem friedlich: Selbst eine Katzenausstellung in der Ostseehalle erfordert wohl ein größeres Polizeiaufgebot. Gezählt haben wir gestern lediglich drei Streifenwagen.</p>
	<p>Ein besonderer Moment der Kundgebung war sicherlich als Jurij Wazkel das Wort ergriff: Er war einer der Liquidatoren in Tschernobyl, von denen heute nach seinen Angaben nur noch 200 leben. Seine geteilten Erfahrungen lösten bei mir etwas zwischen höchstem Respekt und großem Entsetzen aus. Er berichtete auch über die gesundheitlichen Probleme, die die ehemaligen Liquidatoren begleiten, dass sie sich halbjährig untersuchen lassen müssen, das Geld hierfür aber selbst aufgebracht werden muss – und wohlhabend sind diese Menschen definitiv nicht. Abschließend bedankte er sich für die große Anti-AKW-Bewegung in Deutschland, wünschte allen Demonstranten viel Erfolg und rief zum Durchhalten auf. Die aus Tokyo stammende Michi Kitazawa-Engel berichtete anschließend über die aktuelle Lage in Japan und versuchte Erklärungen dafür zu finden, weshalb ihre Landsleute weiterhin an der Atomenergie festhalten.</p>
	<p>Parallel zur Kundgebung wurde der Zaun rund um das Kraftwerk mit Transparenten geschmückt, auf denen zum einen politische Forderungen, aber auch Wünsche für eine friedlichere Welt geschrieben wurden. Was Vattenfall wohl damit macht?</p>
	<p><div id="attachment_2615" class="wp-caption alignnone" style="width: 586px"><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/BenniFennigegenAtomkarft.jpg"><img class="size-full wp-image-2615" title="BenniFennigegenAtomkarft" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/BenniFennigegenAtomkarft.jpg" alt="" width="576" height="864" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Lisbeth B. Hardel</p></div></p>
	<p>Nach der Kundgebung wurde der Atomkraft „der Rücken gekehrt” und der Demonstrationszug machte sich wieder auf den Weg in die Innenstadt, wo direkt am Elbufer weitere Aktionen stattfanden.</p>
	<h2>Mein kleines persönliches Fazit-Ding&#8230;</h2>
	<ul>
	<li>Die Aktion war wirklich toll geplant (auch wenn es die Bauern und die Radfahrer-Demo wahrscheinlich etwas anders sehen: Das lag aber daran, dass die (Dorf-?)Polizei ihnen eine ganze Weile die Zufahrt zur Kundgebung versperrt hat). Vor allem die Idee des parallelen Protests an allen AKWs finde ich gelungen.</li>
	<li>Danke an Mama, Papa, Merle und meinen liebsten Protest-und-auch-sonst-immer-Freund Benni – es war &#8216;mal wieder ein schöner Tag mit euch!</li>
	<li>Ich habe endlich meine langersehnte Protest-Fahne, die mir bei Wind immer im Gesicht rumhängt, aber das ist nicht weiter schlimm.</li>
	<li>Zwei Stunden schlafen, weil man unbedingt noch Demonstrations-Schilder basteln wollte, sind in Ordnung. Für den Protesttag. Dafür ist der Tag danach im Eimer.</li>
	<li>Ich brauche dringend noch viel mehr Demo-Übung. Kann dank Kamera-die-ganze-Zeit-auf-einer-Seite-tragen-und-dabei-demonstrieren heute nicht mehr laufen. Oder ich werde einfach alt.</li>
	<li>Vattenfall ist nicht nur <span style="text-decoration: line-through;">scheiße</span> blöd. Nein, neben dem AKW haben sie auch ein (eins! Soweit ich das erkennen konnte) Alibi-Windkraftwerk installiert. Putzig irgendwie. Ich bewerte es einfach &#8216;mal als Anfang. Weitermachen, Vattenfall!</li>
	</ul>
	<p>Achso: Laut ausgestrahlt finden am <a href="http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/28mai.html" target="_blank">28. Mai</a> weitere Großdemos statt – eine unter anderem in Kiel! Da zählen dann keine Ausreden mehr. Ich wollt&#8217;s nur schon einmal sagen: Nicht, dass man im Nachhinein nichts davon gewusst hätte ;)</p>
	<h2>Und jetzt noch die Fotos&#8230;</h2>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/001.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2620" title="001" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/001.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/055.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2622" title="05" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/055.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/073.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2624" title="07" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/073.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/083.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2625" title="08" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/083.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/094.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2626" title="09" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/094.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/103.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2627" title="10" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/103.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/114.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2628" title="11" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/114.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/132.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2629" title="13" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/132.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/143.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2630" title="14" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/143.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/154.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2631" title="15" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/154.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/173.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2633" title="17" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/173.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a>
</p>
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		<title>Als die Maus die Atomkraft erklärte…</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 23:22:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[	
	Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die Sendung mit der Maus eine ganze Folge der Atomkraft widmete. Zwei Jahre zuvor war in Tschernobyl der GAU eingetreten. Viele Kinder (und auch Erwachsene) stellten sich zu der Zeit wahrscheinlich ähnliche Fragen, wie sie heute immer noch – oder wieder – gestellt werden. Die Maus hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet und wenn ich es heute schaffe, schaue ich sie mir immer noch gerne an. Die „Nachkriegs-Maus” war eine meiner liebsten Folgen – besser kann man Kindern diese Zeit, meiner ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/153.jpg"><img class="size-full wp-image-2525 alignnone" title="Abschalten" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/153.jpg" alt="Anti-AKW-Demo, Hamburg, Schild mit Aufschrift: Abschalten ihr Wichser." width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Mehr als 20 Jahre ist es her, dass die Sendung mit der Maus eine ganze Folge der Atomkraft widmete. Zwei Jahre zuvor war in Tschernobyl der GAU eingetreten. Viele Kinder (und auch Erwachsene) stellten sich zu der Zeit wahrscheinlich ähnliche Fragen, wie sie heute immer noch – oder wieder – gestellt werden. Die Maus hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet und wenn ich es heute schaffe, schaue ich sie mir immer noch gerne an. Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Vm9DeqQ5G50" target="_blank">„Nachkriegs-Maus”</a> war eine meiner liebsten Folgen – besser kann man Kindern diese Zeit, meiner Meinung nach nicht erklären. Heute stieß ich also auf die „Atom-Maus”. Und da die Sendung schon mehr als 20 Jahre alt ist, fragt man sich: Hm, klingt genauso wie heute – haben die Menschen in mehr als zwei Dekaden noch nichts dazu gelernt? Und wie fortschrittlich war die Sendung mit der Maus, dieses Thema 1988 schon so aufzubereiten? Das Video ist jedenfalls eine gute Inspiration für Eltern, die ihren Kindern die Atomkraft erklären möchten – wenn man sich nicht sowieso gleich das Video zusammen anschauen möchte.</p>
	<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="576" height="330" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><br />
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	<p>Ein weiterer interessanter zur Beitrag zur Atomkraft stammt von Frank Schirrmacher, wurde heute auf faz.net veröffentlicht und trägt die Überschrift <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E02AA44CC26634CBDB7322680CADEA714~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">„Rhetorik und Realität: Die neun Gemeinplätze des Atomfreunds”</a>. Meiner Ansicht nach ist es selten so gut gelungen, vermeintliche Argumente von Atomkraft-Befürwortern zu entlarven. Sehr gelungen!</p>
	<h2>Seid doch mal ehrlich&#8230;</h2>
	<p>Am Samstag bin ich mit Benni nach Hamburg gefahren, um an der  Demonstration „Fukushima mahnt: Alle AKWs abschalten” teilzunehmen. Ich  möchte jetzt kein ausschweifendes Statement abgeben, nur so viel:</p>
	<ul>
	<li>Wir waren viele, beeindruckend viele.</li>
	<li>Wir waren friedlich.</li>
	<li>Wir waren alle ganz unterschiedlich. Ich habe selten so viele Familien neben der Jugend diverser NGOs auf einer Demonstration gesehen – und so viele laute Kinder, die ihrem Unmut Luft machten :)</li>
	</ul>
	<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="576" height="330" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><br />
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	<p>(„Seid doch &#8216;mal ehrlich: Atomkraft ist gefährlich!”, Video von <a href="http://www.youtube.com/user/KingMcBENz" target="_blank">Benni</a>)</p>
	<h2>Ja, und dann gibt es noch meine Fotos&#8230;<a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/029.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2542" title="02" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/029.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0310.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2543" title="03" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/0310.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/045.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2545" title="04" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/045.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/054.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2546" title="05" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/054.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/082.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2547" title="08" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/082.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/142.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2549" title="14" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/142.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></h2>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Bundeswehr und ihr eigenes Bermudadreieck</title>
		<link>http://www.fenni.de/blog/2011/01/28/die-bundeswehr-und-ihr-eigenes-bermudadreieck/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Jan 2011 22:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Das Mädchen auf'm Dach</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	Ber&#124;mu&#124;da&#124;drei&#124;eck, das; -[e]s: auch bekannt als Teufelsdreieck; Seegebiet nördlich der Karibik, das durch ungeklärte Vorfälle u.a. in der Seefahrt bekannt wurde
	Keine Angst, ich möchte jetzt nicht alle (öffentlich gewordenen) Vorkommnisse der letzten Monate bei der Bundeswehr zusammenfassen oder analysieren. Es gibt nur einige Gedanken, die ich hier zusammenfassen möchte.
	Und warum?
	Ich war nie bei der Bundeswehr. Mein Papa auch nicht. Ich bin also ziemlich unbeteiligt. Allerdings wurde durch Benni, der als Soldat auch im Kosovo war, mein Interesse für die Bundeswehr geweckt. Das heißt nicht, dass ich jetzt ein Armee-Fan bin. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img class="alignnone size-full wp-image-2400" title="Geschwindigkeit" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Symbol1hoch.jpg" alt="" width="576" height="864" /><strong>Ber|mu|da|drei|eck</strong>, das; -[e]s: auch bekannt als Teufelsdreieck; Seegebiet nördlich der Karibik, <em>das durch ungeklärte Vorfälle u.a. in der Seefahrt bekannt wurde</em></p>
	<p>Keine Angst, ich möchte jetzt nicht <em>alle</em> (öffentlich gewordenen) Vorkommnisse der letzten Monate bei der Bundeswehr zusammenfassen oder analysieren. Es gibt nur einige Gedanken, die ich hier zusammenfassen möchte.</p>
	<h2>Und warum?</h2>
	<p>Ich war nie bei der Bundeswehr. Mein Papa auch nicht. Ich bin also ziemlich unbeteiligt. Allerdings wurde durch <strong>Benni</strong>, der als Soldat auch im Kosovo war, mein Interesse für die Bundeswehr geweckt. Das heißt nicht, dass ich jetzt ein Armee-Fan bin. Man bekommt nur andere Einblicke, versteht das ein oder andere besser und setzt sich mehr mit dem Thema auseinander. Ich mache das zumindest. In meinem bisher noch recht kurzem Studium der Politikwissenschaft war die Bundeswehr wohl das Thema, mit dem ich mich am ausführlichsten beschäftigt habe. Ich habe eine Hausarbeit zum Thema „Politische Strategiefähigkeit und Möglichkeiten der politischen Kontrolle in Bezug auf Auslandseinsätze der Bundeswehr im 21. Jahrhundert” geschrieben. Dafür habe ich ein halbes Jahr lang nahezu jeden Tag recherchiert – damals war die Kunduz-Affäre ein Top-Thema in den Medien. Ich habe mich bei einer Uni-Veranstaltung lange mit <strong>Reinhold Robbe</strong> (Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages a.D.) unterhalten und ihn später für meine Hausarbeit interviewt. Ich hatte viele Fragen. Und habe sie immer noch. Es geht dabei immer um diesselben Fragen&#8230;</p>
	<ul>
	<li>Welche <strong>Strategien</strong> hat die deutsche Politik in Sicherheitsfragen? Welchen Kurs schlägt sie ein und wie erfolgreich ist sie damit? Wie soll die Transformation der Bundeswehr vonstattengehen – und funktioniert diese Transformation nur auf dem Papier oder ist sie praktikabel?</li>
	<li>Wie verläuft das <strong>Zusammenspiel</strong> zwischen dem deutschen Bundestag (insbesondere dem Verteidigungsausschuss), dem Verteidigungsministerium, den militärischen Eliten und den „einfachen Soldaten”?</li>
	<li>Ist eine <strong>demokratische Kontrolle</strong> der Bundeswehr auf befriedigende Weise möglich und wird dieses Recht von den Abgeordneten des Bundestages auch ausreichend genutzt?</li>
	<li>Wie können Soldaten und ihre Familien, aber auch die gesamte Bevölkerung, lernen, mit den Anforderungen an eine <strong>Einsatzarmee</strong> im 21. Jahrhhundert umzugehen? Kann und muss die Politik dafür Sorge tragen, dass die Soldaten mehr Rückhalt in der Zivilbevölkerung finden?</li>
	<li>Wie ausgeprägt ist das „Eigenleben der deutschen Armee”? Warum ist das — auch wenn es mir schwer fällt, es zu begreifen – eventuell so wichtig und überhaupt die Voraussetzung dafür, dass eine demokratische Kontrolle stattfinden <em>darf</em>?</li>
	</ul>
	<p>Das alles sind auch Fragen, die gerade nach den z.T. erst jetzt bekannt gewordenen Ereignissen, immer lauter nach Klärung schreien. Ich kann sie nicht beantworten, bisher konnte sie mir auch niemand anders wirklich beantworten. Ich kann nur wirre Gedanken einwerfen.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Gegenlicht.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2433" title="Gegenlicht" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Gegenlicht.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<h2>Pol-i-Khomri</h2>
	<p>Am 17. Dezember wurde in der Nähe des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Pol-i-Khomri ein deutscher Soldat tot aufgefunden. Als Benni und ich diese Meldung im RSS-Feed der Bundeswehr lasen, wunderten wir uns schon ein wenig. Tot aufgefunden. Nicht „bei einem Feuergefecht ums Leben gekommen” oder ähnliches. Zuerst dachten wir an Selbstmord. Vielleicht war genau das die Intention des BMVg. Danach kam nichts mehr. Nur eine Meldung zur Überführung des toten Soldaten.</p>
	<p>Nun – nachdem öffentlich wurde, dass eben dieser Soldat durch die Waffe eines Kameraden getötet wurde, bleiben drei Szenarien: Ein Soldat, der irgendwie durchdrehte, brachte seinen Kameraden um, ein Schuss löste sich zufällig (Benni hat mir erklärt wie so etwas vonstattengehen könnte, weil ich es nicht glauben wollte) oder es gab tatsächlich die viel zitierten „Waffenspiele”.</p>
	<p>Alle Szenarien sind für die Bundeswehr höchst unangenehm – alle sind tragisch, auch wenn die letzte Möglichkeit zudem noch unfassbar ist und geradezu dämlich wirkt. Im Vorfeld beider Szenarien muss irgendetwas schief gelaufen sein – was, das muss unbedingt aufgeklärt und abgestellt werden. Es sterben genug Soldaten unnötig in Auslandseinsätzen. Im Normalfall handelt es sich hierbei aber um unabwendbare Kampfhandlungen oder tödliche Sprengfallen, also um – so unendlich makaber das auch klingt — Berufsrisiko. Da dieses Risiko für Soldaten ohnehin sehr hoch ist, muss es doch wohl möglich sein, weitere Risiken, die von Seiten der Bundeswehr selbst beeinflusst werden können, gegen Null tendieren zu lassen&#8230;</p>
	<h2>Feldpost</h2>
	<p>Bei dem Thema Feldpost bin ich noch dabei, mir eine Meinung zu bilden. Zum einen steht natürlich fest: Auch für Soldaten gilt wie für jeden anderen Bundesbürger das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis. Darunter fallen natürlich auch Briefe, in denen USB-Sticks verschickt werden – was auch immer auf den Sticks gespeichert war. Gehen wir &#8216;mal vom „Normalfall” aus und Soldaten haben auf diese Weise z.B. Fotos nach Hause geschickt, von sich selbst und ihren Kameraden. Vielleicht auch noch ein paar private Texte oder sonstwas. Oder aber die Speichermedien wurden günstig in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marketender" target="_blank">Marketendern</a> erworben und sollten als Geschenke nach Hause geschickt werden. In beiden Fällen wäre eine Öffnung der Feldpost und das Entfernen der USB-Sticks eine Katastrophe und ein massiver Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Sollte es allerdings Hinweise darauf gegeben haben, dass Soldaten Militärgeheimnisse nach Deutschland übermitteln wollten, sieht die ganze Situation anders aus. Wer weiß, ob der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_f%C3%BCr_den_Milit%C3%A4rischen_Abschirmdienst" target="_blank">MAD</a> hier seine Finger im Spiel hatte. In diesem Fall würde ein Abfischen der Sticks immer noch einen faden Beigeschmack hinterlassen, aber ggf. der Sicherheit anderer Soldaten dienen. Ich hoffe, dass dieser Vorfall lückenlos aufgeklärt wird, schließlich geht es hier um eine Grundrechtsverletzung der Soldaten&#8230;</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Glocke.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2422" title="Glocke" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Glocke.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<h2>Gorch Fock</h2>
	<p>Seit der Inbetriebnahme der zweiten Gorch Fock 1958 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gorch_Fock_%281958%29#Unf.C3.A4lle" target="_blank">starben</a> an Bord sechs Soldaten bzw. Soldatinnen. Vier von ihnen verunglückten durch Stürze von den Masten. Sicherlich: Ein Segelschiff ist kein Ponyhof, man ist nicht bei der Bundeswehr, um betüddelt zu werden und auch andere Ausbildungsabschnitte in anderen Truppengatttungen sind hart. Trotzdem muss eine Ausbildung – auch bei der Bundeswehr – menschenwürdig und unter höchsten Sicherheitsstandards ablaufen.</p>
	<p>Wie im ersten Teil des Textes bereits erwähnt: Die Bundeswehr führt ein Eigenleben. Es gibt Rituale und Ansichten, die Außenstehende wohl nicht verstehen können, ich auch nicht. Und vielleicht muss es dieses Eigenleben geben, um Begriffe wie Kameradschaft mit Inhalt zu füllen, um bestimmte Situationen auch einfach durchstehen zu können.</p>
	<p>Die Frage ist eben, wie weit dieses Eigenleben gehen darf und wie eine Ausbildung beim Bund verlaufen muss. Eine Äquator-Taufe? Klar. In Erbrochenem? Nein. Eine strikte Hierarchie? Klar, die ist Bestandteil der Bundeswehr. Erniedrigungen? Nein. Aufgrund der Eingaben beim Wehrbeauftragten, muss man momentan davon ausgehen, dass das Prinzip der Inneren Führung auf der Gorch Fock anscheinend nur auf dem Papier existierte.</p>
	<p>Wenn Soldaten in einen Auslandseinsatz gehen, ist dies auch eine schwierige Situation für ihre Familien. Denn neben den Entbehrungen im Familienleben kommt auch die Angst hinzu, dass der Vater, die Mutter, der Sohn, die Tochter, der Mann oder die Frau im Einsatz ums Leben kommen könnte. Diese Gefahr ist in den vergangenen Jahren im Gegensatz zu vor zwanzig Jahren angestiegen. Es ist ein Szenario, mit dem heutzutage jeder, der in einen Auslandseinsatz geht, rechnen muss – und damit auch die Angehörigen.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Takelage.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2475" title="Takelage" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Takelage.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Die beiden Offiziersanwärterinnen, die in einem zeitlichen Abstand von ungefähr zwei Jahren durch den Dienst auf der Gorch Fock starben, waren 18 und 25 Jahre alt. Wenn Eltern ihre Kinder auf ein Segelschulschiff gehen lassen, damit sie dort einen Ausbildungsabschnitt absolvieren können, müssen die Eltern üblicherweise nicht damit rechnen, ihre Kinder in einem Sarg nach Hause geschickt zu bekommen. Auch hier gilt: Es muss doch wohl  möglich sein, weitere Risiken, die von Seiten der Bundeswehr selbst  beeinflusst werden können, gegen Null tendieren zu lassen&#8230; Klar, die Gorch Fock ist ein großes Segelschiff. Die Arbeit in der Takelage ist gefährlich und überall können Unfälle passieren. Aber die Umstände, unter denen beide Frauen starben sind dubios.</p>
	<p>Wenn ich auf der sonst mit recht guten Beiträgen gefüllten Facebook-Seite <a href="http://www.facebook.com/ErhaltetdieGorchFock?ref=ts" target="_blank">„Erhaltet die Gorch Fock”</a> diesen Beitrag lese</p>
	<blockquote><p>Wär&#8217; das Weib am Herd geblieben, so wär&#8217; es nicht im Meer getrieben!</p></blockquote>
	<p>kocht in mir die Wut hoch. Der Verfasser des Beitrags ist bekennender Antifeminist, da er anscheinend (wie sich aus anderen Beiträgen erkennen lässt) von einer starken Frau verletzt wurde. Wer so etwas schreibt</p>
	<blockquote><p>Somebody heared about Gorch Fock, the German  ship??? Fucking cockless bastards invadeded and are now destroying  reputation of Germany&#8217;s most famous and beloved sailing-ship!!!</p></blockquote>
	<p>lässt tief blicken. Ich gehe nicht davon aus, dass es auf der Gorch Fock von solchen Typen wimmelt. Ich möchte hier jetzt auch keine Feminismus-und-Frauen-bei-der-Bundeswehr-Debatte lostreten. Starke Frauen können bei der Bundeswehr genauso viel leisten wie Männer. Außerdem bin ich der Meinung, dass Frauen und Männer sich im Team gut ergänzen können. Aber natürlich kann es durch Frauen bei der Bundeswehr auch Streitigkeiten und Eifersüchteleien unter den männlichen Soldaten und umgekehrt geben. Solche Konflikte könnten auch mögliche Ursachen für die beiden Todesfälle sein. Meiner Meinung nach wurde das Thema Frauen bei der Bundeswehr und die daraus entstehenden Chancen, Probleme und möglichen Gruppendynamiken noch nicht ausreichend untersucht. Überhaupt ist das Militär als Forschungsgegenstand in der deutschen Politikwissenschaft und Soziologie unterrepräsentiert.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Takelage2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2476" title="Takelage2" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Takelage2.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<p>Kapitän Schatz wurde vom <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,740870,00.html" target="_blank">Spiegel</a> wie folgt zitiert: <em>„Die Jugend sitzt nicht mehr im Kirschbaum, sondern eher vorm Computer.  Und dies macht die Ausbildung auf einem Segelschiff mit 45 Meter hohen  Masten für die meist 19-jährigen Offiziersanwärter von heute, die direkt  nach dem Abitur zur Marine kommen, gefährlicher als früher.&#8221;</em> Diese Aussage wirft bei mir zwei Gedanken auf:</p>
	<ul>
	<li>Bezogen auf die Anforderungen an Offiziersanwärter auf einem Dreimaster mag dies tatsächlich ein Problem sein, früher nicht besonders oft auf Bäume geklettert zu sein. Ich kann diese Kritik in gewissen Teilen sogar verstehen. Jeder, der die umstrittene Reportage <a href="http://www.youtube.com/watch?v=QKLBGo1jIRo" target="_blank">&#8220;Feldtagebuch – allein unter Männern&#8221;</a> gesehen hat und hierzu die Aussagen des noch umstritteneren Hauptfeldwebels Fortenbacher wahrgenommen hat, kennt solche Sätze. Natürlich ist es schwierig mit Rekruten, die ggf. noch nie draußen gezeltet haben, ein Biwak durchzuführen. Und natürlich sollten Vorgesetzte erwarten dürfen, dass bei ihren Schützlingen eine gewisse Sportlichkeit vorhanden ist. Die Erwartungen der Vorgesetzten stimmen also zum Teil nicht mit den Fähigkeiten der Rekruten überein.</li>
	<li>Als Offizier auf modernen Schiffen der Bundeswehr dürften Computerkenntnisse allerdings eine größere Bedeutung haben als besonders gute Kletterfähigkeiten. Hier wird also deutlich, dass wiederum die Erwartungen der Vorgesetzten nicht mehr hundertprozentig mit den realistischen Anforderungen an Offiziersanwärter übereinstimmen. Es hilft niemandem, wenn das neue Profil der Bundeswehr nicht bei den Vorgesetzten ankommt.</li>
	</ul>
	<p>Ich bin der Ansicht, dass der Ausbildungsabschnitt auf der Gorch Fock nautische Grundlagen vermitteln soll. Eine Vorbereitung auf den Ernstfall kann die Ausbildung auf dem Segelschulschiff nicht bieten, da sie nichts mit der Einsatzpraxis gemein hat. Von daher sind Praktiken wie das ewige Auf- und Abtakeln bis zur völligen Erschöpfung – was anscheinend so üblich war – nicht notwendig. Für die Vermittlung von Grundlagen der Seefahrt ist die Gorch Fock in meinen Augen ein guter Ort. Deshalb sollte das Segelschulschiff auch im Dienst bleiben. Über den (Un)sinn einiger Verfahren auf dem Schiff und unnötige Risiken sollten sich Bundeswehr und BMVg aber dringend Gedanken machen und neue Konzepte vorlegen. Dies gilt aber auch für die Ausbildung in anderen Truppengattungen.</p>
	<p>Anscheinend gab es auch immer wieder Konflikte zwischen der Stammbesatzung, insbesondere den Mannschaftern, und den Rekruten. Für mich sind diese Konflikte unausweichlich: Das Vorgesetzenverhältnis wird auf der Gorch Fock quasi umgekehrt. Die Mannschaftsdienstgrade der Stammbesatzung sind den Offiziersanwärtern in puncto Erfahrung weit überlegen. Die Rekruten stehen gerade erst am Anfang ihrer Karriere, fühlen sich den Mannschaftsdienstgarden aufgrund der eigenen angestrebten militärischen Laufbahn aber im schlimmsten Fall überlegen. In meinen Augen besteht hier ein hohes Konfliktpotenzial – im Kopf behalten sollte man aber auch das Verhältnis von 23 Mannschaftsdienstgraden (Stammbesatzung) zu bis zu 138 Lehrgangsteilnehmern.</p>
	<p><a href="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Steuer1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2477" title="Steuer" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/Steuer1.jpg" alt="" width="576" height="384" /></a></p>
	<h2>Was jetzt?</h2>
	<p>Es sind wie immer viel zu viele Fragen für mich einzelnen, kleinen Menschen. Und viel zu viele Ereignisse, die ich nicht verstehen kann, zum Teil auch nicht will. Die Fragen, die ich oben aufgeführt habe, sollten dringend von der Politik und den militärischen Eliten beantwortet werden. Ganz besonders wichtig ist es in meinen Augen, dass die Wissenschaft interdisziplinär in diesen Prozess eingebunden wird. Und dass auf viele schöne Ideen, Tatsachen folgen.</p>
	<p>Heute wurde das Bundestagsmandat für Afghanistan verlängert – was ich befürworte. Nicht, weil ich jemals den Afghanistan-Krieg befürwortet habe, sondern weil ich der Meinung bin, dass man ein Land nicht so instabil zurücklassen kann. Allein aus Respekt vor den Soldaten. Es wäre mehr als wünschenswert gewesen, wenn Politik und Militär <em>vor </em>einem solchen Einsatz eine vernünftige Strategie entwickelt hätten. Nein, nicht nur für solche Einsätze, sondern für alle Strukturen innerhalb der Armee.</p>
	<p>Aber gerade an Tagen wie diesen, an denen sich das Parlament für die Weiterführung des Afghanistan-Einsatzes ausspricht und damit auch den zukünftigen Weg für die Bundeswehr festlegt, sollten sich die Verantwortlichen dringend Gedanken darüber machen, wo dieser Weg überhaupt hinführen soll und welches Gepäck man den Soldaten mitgibt&#8230;
</p>
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		<item>
		<title>In der Bildungswüste&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 22:07:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Das Mädchen auf'm Dach</dc:creator>
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		<description><![CDATA[	im norddeutschen Land geht man auf die Straße. Mit 14000 Menschen. Direkt zur Demo möchte ich eigentlich gar nichts mehr schreiben. Abgesehen von: Es war gigantisch! Mit der Menge an Teilnehmern hätte wohl niemand gerechnet.
	„Meint ihr, wir können überhaupt etwas bewegen?&#8221;, war heute eine Frage. Keine Ahnung. Die Zeit wird es zeigen. Ich glaube nicht, dass ein Peter Harry Carstensen heute schlechter schlafen kann als gestern. Definitiv konnten wir mit der Demo aber mehr bewegen, als hätten wir nichts getan. Sitzen bleiben bringt ja &#8216;mal gar nichts. Es gibt aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p><img class="ngg-singlepic ngg-none alignleft" src="http://www.fenni.de/blog/wp-content/gallery/demouni/07.jpg" alt="07" width="288" height="192" />im norddeutschen Land geht man auf die Straße. Mit 14000 Menschen. Direkt zur Demo möchte ich eigentlich gar nichts mehr schreiben. Abgesehen von: Es war gigantisch! Mit der Menge an Teilnehmern hätte wohl niemand gerechnet.</p>
	<p>„Meint ihr, wir können überhaupt etwas bewegen?&#8221;, war heute eine Frage. Keine Ahnung. Die Zeit wird es zeigen. Ich glaube nicht, dass ein Peter Harry Carstensen heute schlechter schlafen kann als gestern. Definitiv konnten wir mit der Demo aber mehr bewegen, als hätten wir nichts getan. Sitzen bleiben bringt ja &#8216;mal gar nichts. Es gibt aber noch einen ganz anderen Grund zu protestieren, einen ganz egoistischen: Ich möchte meinen Kindern irgendwann in die Augen sehen und sagen können, dass ich damals &#8211; 2010 &#8211; mit auf der Straße war. Dass ich nicht tatenlos zusehen wollte.</p>
	<p>An all&#8217; die, die meinten „Am Dienstag fällt die Uni aus!”: Nein, ihr habt verpennt, dass ihr <em>für die Demo </em>freigestellt wurdet. Nicht für&#8217;s zu-Hause-bleiben, in-den-Park-gehen oder am-Strand-liegen. Für&#8217;s demonstrieren, für eure Uni. So viel dazu.</p>
	<p>Und an all&#8217; die, die meine Twitter-Timeline mit „CDU ist doof, FDP erst recht, SPD und Grüne will ich aber auch nicht, über die Linke brauchen wir gar nicht zu reden, Deutschland ist ja ganz allgemein schon &#8216;mal doof, die Politik sitzt alles nur aus und lügt ja sowieso, der kleine Mann muss wieder auf Kosten der Reichen bluten, die Banken, der Krieg, die Steuern, die Sozialabgaben – alles blöd” zutexten, so richtig schön deutsch – viel meckern, wenig tun: heute wäre euer Tag gewesen. Es gibt da dieses schöne Zitat von Horst Köhler: <em>„Haltung haben. Es  ist ein ziemlich altes Wort. Aber ich finde, es könnte  mal wieder in  Mode kommen. Genau wie ein anderes, viel schlichteres  Wort: Ahnung  haben. Zusammen sind sie stark, meine ich.&#8221;</em></p>
	<p>Ich mag das Web 2.0. Ich finde es nützlich. Auch für Protest. Aber erst wenn die letzte Sozialleistung gestrichen wurde und „Bildung für alle” nur noch eine leere Phrase ist, werdet ihr merken, dass eine App oder eine Timeline nicht die Menschen ersetzt, die auf die Straße gehen.<br />

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