Home » Auf dem Dach, Unter Wasser

Von einem Kampffisch, der Fridolin heißt.

12 November 2011 Fridolin 4 Kommentare

Hallo! Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Fridolin und andere sagen, ich sei ein Kampffisch. So richtig verstehen kann ich das nicht, denn das Kämpfen finde ich eigentlich blöd. Viel lieber unterhalte ich mich und schwimme lustig umher. Eigentlich bin ich ein netter Fisch. Seit ein paar Tagen wohne ich bei zwei Zweibeinern. Sie nennen sich Benni und Fenja. Habe ich gehört. Neben mir gibt es hier noch viele andere Fische. Von meinem Glaskasten aus konnte ich schon Buntbarsche beobachten – die sind so groß, dass sie mir ein bisschen Angst machen.

Anscheinend ist Benni derjenige, der die vielen Fische hierher gebracht hat. Zumindest ist er derjenige, der uns immer Futter gibt. Fenja will immer von uns allen Bilder machen, sagt sie. Kaum war ich hier saß ich auch schon in einem hellen Glaskasten, guckte in ein großes, schwarzes, rundes Ding und es machte die ganze Zeit „klick, klick, klick”. Ich weiß gar nicht, was an mir so spannend sein soll. Ich bin doch nur ein kleiner, roter Fisch. Wenn sie Bilder von mir macht, sagt Fenja immer ich soll ins Licht schwimmen, weil meine Schuppen dann so hübsch glänzen würden. Viel lieber sitze ich aber in dem Glaskasten, der anscheinend mein neues Zuhause ist. Hier ist es dunkler und an der Oberfläche schwimmen viele Pflanzen, in denen ich mich gerne verstecke. Alle paar Minuten suche ich mir zwischen den grünen Blättern eine Lücke – zum Atmen muss ich ja an die Luft, fast genauso wie die Zweibeiner.

Als ich mit meinen Geschwistern noch in dem kuscheligen Schaumnest schwamm, das unser Papa uns gebaut hatte, hat er uns immer Geschichten erzählt. Darüber, wo wir herkommen zum Beispiel. Er hat immer gesagt, dass es wichtig wäre, zu wissen, wo man herkommt. Also habe ich gut aufgepasst. Unsere Vorfahren kommen aus Thailand. Mein Ur-Ur-Ur-Uropa hat dort sogar in der Natur gelebt. Als wir wissen wollten, was „Natur” ist, hat Papa uns erklärt, dass in der Natur das Licht gar nicht länglich ist und immer von ganz oben scheint – in der Natur ist das Licht rund und wandert von einer Seite in einem großen Bogen zur anderen Seite. Sachen gibt’s! In der Natur leben unsere Verwandten zum Beispiel in Reisfeldern. Da soll es genauso gemütlich sein, wie in meinem Glaskasten, weil man sich zwischen den ganzen Pflanzen auch so gut verstecken kann. Wenn die Felder austrockenen, können sie sogar überleben, wenn das Wasser nur noch 3 cm hoch steht! Ich finde es aber viel besser, wenn ich mehr Wasser zum Schwimmen habe.

Irgendwann haben die Zweibeiner ein paar von meinen Verwandten aus dem Wasser gefischt, hat Papa erzählt. Erst fanden sie unsere bunten Farben hübsch anzusehen. Aber dann haben sie herausgefunden, dass unsere Papas sich streiten, wenn man sie auf engem Raum zusammensetzt – daher der Name Kampffisch. Ich finde das komisch. Ich habe gehört, dass die Zweibeiner sich auch streiten und trotzdem nennen wir sie ja auch nicht Kampf-Zweibeiner. Aber davon, warum man uns Kampffische nennt und ich am liebsten nicht so heißen würde, erzähle ich beim nächsten Mal mehr…




Stichwort , , , , , , ,

4 Kommentare »

  • Schloerte said:

    Hallo Fridolin!
    Schön, dich kennen zu lernen. Das ist ja wirklich erstaunlich, was Du so alles erzählst! Ich bin schon auf Deinen nächsten Beitrag gespannt.
    Mach´s gut und schwimm schön ins Licht (denn mal ganz ehrlich: Das Foto ist schon sehr toll!)
    Schlörte

  • Fridolin (author) said:

    Hallo Schloerte,
    im Moment muss ich mich noch etwas ausruhen und meinen Glaskasten erkunden. Es gibt ja so viel zu entdecken für so einen kleinen Fisch! Aber bald melde ich mich wieder zu Wort. Und ja… wenn ich ‘mal Lust habe… schwimme ich auch ins Licht (ich soll von Fenja „Danke!” sagen – hmpf!).
    Flossenklatscher,
    Fridolin
     

  • Igor said:

    Hi!
    the great story helping to understand the fish point of view. I hope it will be continued!
    the blog design also is stylish.
    Good luck!
     
     

  • Martin said:

    Es tut mir wirklich sehr Leid, dass es Fridolin nicht mehr gibt. Hoffe er war Dir ein guter Freund, auch wenn dieser ja nun nicht wirklich mit dir sprechen konnte. Wünsche dir aber weiterhin noch ein gutes Weekend und eine erfolgreiche neue Woche

    Liebe Grüße
    Martin

Kommentar hinterlassen

Kommentar hier hinterlassen, Trackback auf Ihrer Seite einfügen oder Kommentare als RSS abonnieren.

Um zu Ihrem Kommentar automatisch ein Bild einzufügen registrieren Sie sich bei Gravatar.