Selig und das Mädchen
Das Mädchen ist selig. Sie war bei Selig. Gestern. Zum ersten Mal nach fast 13 Jahren…
Im doch recht zarten Alter von elf Jahren begann meine Begeisterung für die Hamburger Band. Aus Gründen. Die damals Flo hießen. Meine Eltern trieb diese Begeisterung in die Verzweiflung. Für mich damals absolut nicht – heute vielleicht etwas eher – nachvollziehbar.
„Hey kleine Schwester, schläfst Du schon / Ich hatte ‘ne Idee, ich hatte ‘ne Vision / Leo fährt den Wagen, ‘ne Adresse in Paris / Und Du wartest doch schon so lang auf’n Trip ins Paradies” oder „Sie war so leicht, sie war so sinnlich / Mit dem Blick eines Farbkondoms / Gestern war sie bitte nimm mich” trafen wohl nicht so den Geschmack meiner Eltern. Also sah ich mich damals genötigt, mir heimlich eine Kassette mit dem ersten Album zu überspielen und diese eben auch heimlich zu hören. Im Laufe der Zeit hat sich das Blatt gewendet. Mama stand gestern mit in der ersten Reihe.
Damals – mit 11 – war ich noch zu jung für Selig-Konzerte. Dann trennte sich die Band. Kam wieder zusammen. Und somit bestand für mich gestern zum ersten Mal die Chance, die Band, die ich seit 13 Jahren als Lieblingsband angebe, live zu sehen. Das Mädchen drohte zu explodieren vor Freude! Vor allem als die älteren Songs – allen voran natürlich dies hier – gespielt wurden…
Nachdem das Mädchen fast zwei Stunden getanzt, gesungen und die Haare durch die Luft gewirbelt hatte, folgte aber noch ein ganz spezielles Highlight. Autogramme auf dem sehr alten und sehr abgenutzten Booklet des ersten Selig-Albums – genauer: auf dem Songtext von „Mädchen auf’m Dach”. Für das Mädchen war der Abend die Auferstehung von Kurt Cobain und John Lennon zusammen. Natürlich musste das Mädchen bei Jan Plewka noch kurz petzen. CD mit 11 und so. „Ist deine Mutter Satanistin?” „Ähm, nein.”
Neben uns stand auf dem Konzert ein kleines Mädchen. Zwölf Jahre alt. Lange braune Haare. Sie guckte immer wieder rüber und versuchte mir nachzusingen. So wiederholt sich die Geschichte. Ich weiß aber nicht, ob sie die CD heimlich hört…
B-Seite
Auf dem Konzert war es durch das Management leider verboten, mit „professionellen Kameras für den kommerziellen Gebrauch” Fotos zu machen. Die Securities waren da sehr wachsam. Die große Nikon musste deshalb während des Konzerts im Rucksack verstaut werden. Dafür hat Benni mit der „kleinen” Nikon Coolpix ein paar Fotos für mich zur Erinnerung gemacht. Danke dafür – und für’s meinen-Platz-in-der-ersten-Reihe-verteidigen, wild-am-Backstage-Zaun-rumfuchteln, mich-hochheben-für’s-Fotos-über’m-Backstage-Zaun-machen und für’s mitfreuen und -feiern!
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Selig macht das Mädchen selig. Schön zu lesen und mal wieder schicke Fotos.
Und Muddi ist wieder der Depp ;-P
War ein sehr schönes Erlebnis – und die Jungs um Jan Plewka haben’s echt drauf! Begeistert bin ich vor allem, daß sie an den Zaun kamen, um dich “selig” zu machen! Das war dann der Trost dafür, daß wir unsere großen Nikons diesmal mit den kleinen tauschen mußten…
@Jörn :)
@Libbe Naaaaaaa, das stimmt gar nicht. Satanistin hab’ ich verneint und auch geschrieben, dass du jetzt mit dabei warst ;)
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