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Weise Worte.

11 Oktober 2009 4 Comments

weisheitszahnManchmal schiebt man im Leben Entscheidungen monatelang, fast jahrelang vor sich her. In medizinischen Fällen habe ich aber immer das große Glück, dass eben diese Entscheidungen dann innerhalb von einer Woche über’s Knie gebrochen werden müssen. Nun sind es noch etwa 12 Stunden bis zu meiner Weisheitszahn-OP. So langsam steigt die Nervosität.

Vor fünfeinhalb Jahren1 habe ich schon auf der rechten Seite die beiden Zähne entfernt bekommen (meine Schwester könnte diese Zähne jetzt ganz exakt mit Nummern beschreiben). Genau das ist das Problem. In meinem Kopf sind nur das Knacken und die Schmerzen haften geblieben. Die Erinnerungen vermengen sich dann mit Befürchtungen zu einem riesengroßen Knäuel Panik.

Gute Informationen sind rar, im Bekanntenkreis genauso wie im Netz: Die einen berichten da über grausame Komplikationen, die fast schon Horrorfilmen entsprungen sein könnten; die anderen verdrückten angeblich direkt nach der OP ein halbes Schwein auf Toast. Unwahrscheinlich. Die einen sagen, dass man auf gar keinen Fall Milchprodukte zu sich nehmen sollte, die anderen stören sich überhaupt nicht daran. Ich werde einfach versuchen, weitesgehend darauf zu verzichten.

Alle Bekannten haben sich ihre Weisheitszähne übrigens unter Vollnarkose ziehen lassen. Ich wurde von keinem der Ärzte vor die Wahl gestellt. Ich finde mich jetzt einfach ‘mal sehr mutig.

Vor mir liegt das Info-Blatt vom Arzt. Was da alles brechen kann im Mund, unglaublich. Der Arzt in der Ostseeklinik wirkte aber sehr fähig: Jung, dynamisch, aufstrebend, wie Benni sagen würde. Das Team verfügt jedenfalls über eine gute Portion Humor, kann ja auch nicht schaden.

Vorbereitet bin ich jedenfalls:

  • Es gibt genügend Kissen, aus denen ich mir Morgen eine Burg baue – Kopf immer schön hoch halten.
  • Waschlappen gibt’s auch: Schließlich soll man nur mit denen kühlen, nicht mit Eis. Wusste ich vorher auch nicht.
  • Tomatensaft, Babynahrung und Kartoffelpüree sind vorrätig: So hat man ‘was im Magen, auch ganz ohne kauen. Schön.
  • Morgen kommt der neue Spiegel raus, der hält mich erst einmal bei Laune.
  • Schmerzmittel sind auch ausreichend vorhanden.
  • Sämtliche Kontaktsportarten umgehe ich, indem… ich sie nie begonnen habe.
  • Ganz wichtig: Ich habe den tollsten Krankenpfleger, der jetzt schon Pläne schmiedet, wie er mich betüddeln kann.

Jetzt rauche ich noch fünf bis zehn Zigaretten – darf ich ab Morgen Mittag ja erstmal nicht mehr. Dann hoffe ich darauf, dass Morgen alles gut geht und ich in den nächsten Tagen genug Ablenkung finde. Twitter, Facebook und das restliche Internet sind mir da bestimmt auch behilflich.

Und falls es Morgen doch zu schlimm wird, beschmeiße ich den Chirurgen ganz einfach mit meinem Zahnarzt-Quietscheentchen. So.

Die Ente gibt es übrigens bei Butler’s im Kieler Sophienhof oder online zu kaufen (2,99 Euro).

  1. ich habe das heute ‘mal nachgerechnet, bis dahin dachte ich, es wäre erst zwei Jahre her – ich werde alt []
Stichwort , , , , , , ,


Gedankensprung

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4 Kommentare »

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