Zeitfresser
Medien sind Zeitfresser. Anscheinend nicht nur bei mir. Durchschnittlich 9 Stunden verbringen US-Amerikaner mit der Mediennutzung, wobei der größte Teil immer noch dem Fernsehen (inklusive Online-Fernsehen wie YouTube) zugesprochen werden muss. Ähnlich einer Ernährungspyramide hat der Online-Dienst Wired eine Mediennutzungs-Pyramide entwickelt. Ein guter Grund, einmal das eigene Konsumverhalten zu überdenken.
9 Stunden? Erst einmal würde ich Nein sagen. Die eine Stunde Gaming könnte ich schon ‘mal streichen. Die meisten Medien laufen bei mir zudem parallel: Im Hintergrund oftmals der Fernseher, bewusst geguckt wird da nur kurz vorm Einschlafen oder in wirklich spannenden Fällen. Twitter und Facebook laufen über Tweetdeck, also auch zeitgleich und zudem grundsätzlich im Hintergrund. Genauso wie auch der StudiVZ- und der Spiegel-Online-Tab grundsätzlich offen sind. Twitter läuft bei mir entgegen der Pyramide also definitiv länger als 0,75 Stunden, aber wie lange nutze ich den Dienst tatsächlich? Das Gleiche gilt für die Social Networks, aber wie lange nutze ich sie effektiv? 20 Minuten?
Das Problem ist längst nicht mehr die wirkliche Nutzungsdauer – sondern die latente. Ein kontinuierliches Piepen und Blinken. So wie man sich vor einigen Jahren noch wunderbar ohne Handy aus dem Haus bewegen konnte, ohne sich nackt zu fühlen, konnte man bis vor ein paar Monaten auch ganz fantastisch ohne Twitter leben – und auch ohne irgendwelche permanent offenen Tabs einiger Social Networks. Geht es „ohne”?
Es geht. Solange der Rechner aus ist. Die letzten Tage, draußen an der Müritz – fantastisch. Es hätte genug gegeben, was man sofort hätte twittern können, aber das Bedürfnis war nicht da. Auch die Fotos mussten nicht unmittelbar nach ihrem Entstehen ins Netz gestellt werden. Gut zu wissen – dass es die wirklich „effektiven” Augenblicke noch gibt. Darauf verzichten möchte ich trotzdem nicht mehr. So blinkt und piept es auch jetzt im Hintergrund. Morgen wird es das auch tun, aber nur kurz. Morgen bin ich draußen.
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na dann bleibt mal noch über’s wochenende an der müritz, ich komm auch lang ;)
@Sascha Na, klar ;) Freuen uns doch schon auf dich – sind schon ganz aufgeregt!
Der “Wahnsinn” hat ja schon mit der Einführung des Telefones (zumal des Handys) begonnen. Spätestens da wurden parfümierte Briefchen zu einer vergessenen Methode, Liebesbekundungen auszutauschen. Das geht heute schneller und dezenter über SMS. Ist zwar nicht das gleiche – und viele Mädchen (auch die auf dem Dach?) finden das heute extrem “romatisch”, sollte doch mal einer kommen.
Die Generation Handy kommt aber offenbar nicht besser damit zurecht als die meine … Ich bin beruhigt.
Bei mir geht Twitter geht zu Lasten der Blogs, Facebook zu Lasten von Twitter und alles zusammen zu Lasten des Fernsehers. Dafür telefoniere ich kaum noch und SMS zu verschicken scheint mir geradezu anachronistisch. ;-)
Ich bin mal gespannt, was die zukünftigen Dienste wie wave so bringen – vielleicht geht die Zeit der Zerfaserung der Kommunikationskanäle langsam zu Ende.
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